Sunday, May 17, 2009

Gorgona

Ich war den letzten Monat im Nationalpark Insel Gorgona im Pazifik als Voluntaer am arbeiten. Gorgona liegt ca. 40km vor der Kueste und ist 8km lang und 2km breit. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 27 Grad und die Luftfeuchtigkeit bei ueber 90%. Es ist eine der regenreichsten Regionen der Erde, es regnet bis zu 7000mm im Jahr dort. Gorgona war bis 1984 ein Hochsicherheitsgefaengnis. Nach der Schliessung wurde die ganze Insel zu einem Nationalpark gemacht. Die ganze Insel ist von tropischem Regenwald bedeckt und ist sozusagen ein natuerlicher Zoo, so viele Tiere kann man dort sehen. Ich habe zum Beispiel Boas, Korallenschlangen, Delfine, ein Steinfisch, Affen, Meeresschildkroeten, Geckos, Skorpione, Muraenen, Fledermaeuse, und Basiliske sehen duerfen.
Zu meinen Aufgaben und Arbeiten gehoerten unter anderem Schreinern, Voegel zaehlen, Boote waschen, Schildkroeten beobachten und Staumauern bauen. Ausserdem ich gelernt zu Tauchen dort, ich bin jetzt zertifizierter Open Water Scuba Diver. Mir hat es sehr sehr gut gefallen auf Gorgona, ich kann den Nationalpark waermstens empfehlen. Aber anstatt viel zu schreiben, lasse ich lieber die Fotos sprechen:

Colombia

Si quiere conocer el océano Pacífico.. vaya a Chile. Si quiere conocer el océano Atlántico.. vaya a Jamaica. Si quiere conocer los Andes americanos.. vaya a Bolivia. Si quiere conocer las llanuras del Orinoco... vaya a Venezuela. Si quiere conocer las selvas del Amazonas... vaya a Brasil. Si quiere conocer las culturas precolombinas... vaya a México. Pero si quiere conocer todo ello junto... venga a Colombia.

Sunday, April 12, 2009

Semana Santa

Semana Santa (Osterwoche) ist in Kolumbien neben Weihnachten die zweite grosse Ferien- und Reisezeit. Auch ich hatte Ferien und bin natuerlich Reisen gegangen.
Mit meiner neuen Freundin Lina, ihrer Schwester Maribel, Tilmann aus Deutschland und seinem Vater, der auf Besuch da war, gingen wir in die Kaffeeanbauregion Kolumbiens und nach Medellin. Eigentlich wollten wir zuerst Lina's Familie in Tumaco an der Pazifikkueste besuchen, diese Plaene mussten wir aber leider wegen der Sicherheitssituation begraben. In Kolumbien ist zur Zeit gerade "Limpieza Social". Das heisst die rechten Paramilitaers wollen die Gesellschaft von unerwuenschten Personen saeubern, zum Beispiel von Gewerkschaftlern, linken Politikern und Guerrilleros. Spaeter haben wir dann erfahren, dass wir sowieso nicht nach Tumaco haetten gehen koennen, nicht nur wegen der limpieza social. Die Strasse durch den Dschungel nach Tumaco wurde naemlich durch eine Bombe der FARC unpassierbar gemacht.
Das "Eje Cafetero" Kolumbiens ist ein relativ kleines Gebiet ungefaehr im Zentrum des Landes, aber dort wird ueber die Haelfte des Kaffees angebaut. Die Landschaften sind sehr schoen dort. Die rollenden Huegel wuerden ein bisschen an die Schweiz erinnern, wenn die Palmen und Bananenstraeucher nicht waeren.
Zuerst gingen wir nach Armenia, eine der drei groesseren Staedte des Eje Cafeteros. Dort besuchten wir den Parque Nacional del Cafe, so eine Art Vergnuegungspark zum Thema Kaffee. Der Park war sehr schoen, aber etwas gelernt haben wir nicht wirklich dort. In dieser Hinsicht war der folgende Besuch einer Kaffeeefinca viel besser. Dort wurde erklaert wie der Kaffee angebaut, geerntet und verarbeitet wird. Das war sehr interessant. Wir durften sogar selbst ein bisschen Kaffee ernten gehen.
Nach Armenia gingen wir weiter in ein kleines Kolonialdorf namens Salento. In dem Tal hinter Salento gibt es den Nationalbaum Kolumbiens, die Wachspalme. Das ist eine Palme die bis zu 50 Meter hoch wird. Zu Pferde haben wir dieses Tal kennenngelernt. Das war sehr lustig, vor allem die Flussdurchquerungen.
Danach gingen wir weiter in die Termalbaeder von Santa Rosa weiter im Norden. Die Baeder selbst sind nicht so spektakulaer, dafuer die Kulisse umso mehr. Es ist ein Wasserfall, der aus dem Dschungel kommt und dann als kleiner Bach in Kaskaden weiterplaeschtert.
Nach den Termalbaedern folgte Manizales, eine weitere der drei groesseren Staedten im Eje Cafetero. Manizales ist nicht so schoen. Die Stadt ist aber trotzdem interessant, naemlich weil sie auf einem Bergruecken gebaut wurde. Das heisst, die einzige Strasse, die flach verlaeuft, ist die, die direkt auf dem Grat ist. Die anderen Strassen fallen alle steil ab in beide Richtungen.
Von Manizales aus ging es weiter nach Medellin. Medellin war in den 80er und fruehen 90er Jahre unter der Herrschaft von Pablo Escobar die Welthauptstadt des Drogenhandels. Heute ist Medellin aber eine sichersten Staedte in ganz Lateinamerika. Ausserdem hat Medellin das perfekte Klima, es ist dort das ganze Jahr ueber Fruehling. Und in Medellin gibt es die schoensten Frauen von ganz Kolumbien, und das will etwas heissen. Medellin ist die einzige Stadt in Kolumbien, die eine Metro hat. Von zwei Stationen aus fuehrt eine Luftseilbahn in die armen Viertel an den Huegeln hinauft. Von dort aus hat man eine tolle Aussicht ueber die Stadt.
Von Medellin machten wir einen Tagesausflug nach Santa Fe de Antioquia, einem Dorf gut 2 Stunden von der Stadt entfernt. Die Kolonialarchitektur wurde dort sehr gut erhalten, es ist fast so schoen wie in Cartagena.
Nach diesem Ausflug ging es dann wieder zurueck ins etwas kuehlere, groessere und chaotischere Bogota.

Die Fotos sind in dieser Reihenfolge:

Kaffeefinca in der Naehe von Armenia
Valle de Cocora bei Salento, mit den Wachspalmen
Lina
Termales de Santa Rosa
Medellin
Santa Fe de Antioquia

Ich werde heute Abend fuer einen Monat in den Nationalpark Gorgona arbeiten gehen als Voluntaer. Gorgona ist eine kleine Insel vor der Pazifikkueste. Es hat dort leider kein Internet, ich werde als fuer einen Monat nur sehr schwer zu erreichen sein.








Thursday, April 2, 2009

Musik

Musik geniesst hier einen sehr hohen Stellenwert. Ueberall laeuft staendig Musik, in den Laeden, im Bus, in der Schule, zu Hause... Kolumbianische Musik hat sehr viel zu bieten, es gibt unzaehlige kolumbianische Musikgenres. Es wird aber auch Musik aus anderen Laendern gehoert, wie Reggaeton, Merengue oder elektronische Musik.
Der bekannteste kolumbianische Musikstil ist wahrscheinlich Cumbia. Wie viele andere lateinamerikanische Genres, ist Cumbia eine Mischung aus spanischen und afrikanischen Musikelementen.
Salsa ist ebenfalls sehr beliebt. Salsa stammt urspruenglich aus Cuba und Puerto Rico. Die Kolumbianer haben aber ihren eigenen Stil entwickelt, der mittlerweile sogar in den Ursprungslaendern bewundert wird.
Das beliebteste von den einheimischen Genres ist Vallenato. Vallenato ist so ein Art Mischung zwischen Cumbia und Merengue, und es hat immer ein Akkordeon dabei. Vallenato laueft hier wirklich ueberall, manchmal kann es schon fast nervig sein.
Neben diesen Stilen gibt es natuerlich auch Rock, Pop und Rap. Juanes und Shakira sind wohl die beiden beruehmtesten Vertreter kolumbianischer Musik in der Welt. Lustigerweise sind diese Stile aber nicht wahnsinnig beliebt hier. Viele Leute verdrehen sogar die Augen, wenn sie auf Shakira angesprochen werden.
Ich glaube ich habe hier in Kolumbien noch kein einziges Lied auf Englisch gehoert. Alle Musik ist auf Spanisch, entweder aus Kolumbien oder aus dem restlichen Suedamerika.
Wenn man in eine Disco geht, dann ist das hier so die typische Musikmischung: Reggaeton, Vallenato, Salsa, Electronica, Merengue.

Hier noch einige Links zu Liedern von den verschiedenen Stilen:

Cumbia:
http://www.youtube.com/watch?v=2rZ8VGtOyPc
Salsa aus Kolumbien:
http://www.youtube.com/watch?v=XBs2JR_X1LQ
Vallenato:
http://www.youtube.com/watch?v=gm-0bOtYJCI&feature=related

Tuesday, March 31, 2009

Sprache

Das Spanisch, das in Kolumbien gesprochen wird, wird allgemein (auch im Ausland) als sehr schoenes Spanisch wahrgenommen. Das vorallem, weil es sehr rein ist und keine Intonation hat. Die Aussprache ist normalerweise sehr klar. Hier einige Punkte zur Ausprache:

  • Das "j" und das "g" vor "e" oder "i" wird in der Alltagssprache fast als reines "h" ausgesprochen, und nicht als gekratztes "ch" wie in Spanien oder anderen lateinamerikanischen Laendern. Wenn jemand auf gute Aussprache achtet, wird es allerdings als sanftes "ch" ausgesprochen, so wie im Hochdeutschen.
  • Wie in allen spanischsprachigen Laendern gibt es keinen phonologischen Unterschied zwischen "b" und "v". Beide werden als "b" ausgesprochen.
  • Wie im restlichen Lateinamerika gibt es keinen phonologischen Unterschied zwischen "c", "z" und "s". Alle werden als "s" ausgesprochen, es wird nicht gelispelt wie in Spanien.
Auch bei den Pronomen gibt es einige Unterschiede zum Spanisch von Spanien oder anderen lateinamerikanischen Laendern:

  • Die 2. Person Plural "vosotros" gibt es nicht, es wird ausschliesslich "ustedes" verwendet.
  • Es werden sowohl "tu" als auch "usted" verwendet, in Bogotá ist "usted" aber viel haeufiger. Auch nahe Verwandte und Freunde siezen sich gegenseitig. Oft werden sogar Haustiere mit "usted" angesprochen. In meiner Gastfamilie wird nur gesiezt, auch meine beiden kleinen Gastgeschwister siezen sich. Unter Maennern wird immer gesiezt, unter Frauen ist "tu" auch ueblich. Als Grundregel sollte man einfach in der Form antworten, in der man angesprochen wurde. Das mit dem "usted" ist aber eine Besonderheit von Bogotá, im restlichen Kolumbien wird viel mehr geduzt.
  • In einigen Regionen gibt es den voseo, aehnlich wie in Argentinien.
Unter Freunden und Verwandten ist es verbreitet, eine andere Person mit "mijo" oder "mija" (mi hijo = mein Sohn) anzusprechen. Knaben und Maedchen werden hingegen oft mit "papi" oder "mami" angesprochen.
Da Kolumbien geographisch ein sehr vielseitiges Land ist, haben sich verschiedene Dialekte entwickelt. Ich kann sie aber nicht alle unterscheiden und schon gar nicht charakterisieren.
Der Dialekt von Bogotá ist, der reinste von allen, mit guter Aussprache und ohne Intonation.
Der Dialekt der an der Karibikkueste gesprochen wird, aehnelt dem Spanischen der restlichen Karibik. Das Sprechtempo ist hoch, und das "s" in der Wortmitte und am Schluss wird verschluckt.
Das Spanisch von den restlichen Andenregionen hat eine Sprachmelodie.
Zum Schluss noch ein paar in Kolumbien oft gebrauchte Woerter:
  • chévere: cool, toll
  • chimba: eine tolle Sache
  • chino (Chinese): Kind, Junge
  • fresco: don't worry
  • gonorrea: scheisse, schlecht
  • bacano: toll, gut
  • pola: Bier
  • paila: Pech gehabt
  • parce: Kollege, Typ
  • plata: Geld
  • vaina: Sache, Ding
  • Vieja: junge Frau
  • Marica (Schwuchtel): Kerl, Kollege

Ich habe keine Ahnung, ob dieses Ausdruecke ausschliesslich in Kolumbien gebraucht werden, aber fuer mich machen sie das kolumbianische Spanisch aus.

Monday, March 30, 2009

Haus

Ich wohne mit meiner Gastfamilie im Barrio Bosque de San Carlos im Sueden Bogotas. Das Haus selbst ist in einem Conjunto, das heisst in einem eingezaeunten Komplex mit 24-Stunden Securitasbewachung. Auf dem Bild ist der Teil links, am Hausecken, unser.
Im Parterre haben wir ein kleines Internetcafe. Es ist ein bisschen ein Witz, weil es in der gleichen Strasse noch ungefaehr 5 andere Intercafes hat, mit Computern die weniger als 5 Jahre alt sind. Ich finde es aber trotzdem toll, so kann ich jederzeit gratis ins Internet. In Kolumbien ist es nicht ueblich, dass man Internet zu Hause hat, darum gibt es Unmengen von Internetcafes.
Im ersten Stock ist das Badezimmer, das Zimmer von meiner Gastmutter und den Kindern, und mein Zimmer. Ich bin uebrigens der einzige in der Familie, der ein eigenes Zimmer hat. Mein Zimmer schaut zur Strasse raus, es ist das Fenster direkt oberhalb von "Internet".
Im zweiten Stock ist das Esszimmer, die Kueche und das Zimmer von dem Onkel, der Grossmutter, und den haeufigen Gaesten.
Im dritten Stock hat es einen Balkon und nochmals ein Zimmer. Dort wohnte vorher ein Student, jetzt wird es aber Waschraum benutzt.
In dem Haus ist alles sehr, sehr einfach. Es gibt nur, was man wirklich braucht. Wenn etwas kaputt geht, wird es oft nicht geflickt, weil man erst dann merkt, dass man es eigentlich gar nicht unbedingt braucht. So waere es zum Beispiel schon lange einmal noetig, den Durchlauferhitzer zu flicken. Aber man kann ja schliesslich auch mit kaltem Wasser duschen... Hier geht uebrigens alles mit Gas, das Kochen auch.
Dadurch, dass das Haus in einem Conjunto ist, sind wir Estrato 3. In Bogota werden alle Wohnregionen mit einem Estrato gekennzeichnet. Estrato 1 sind die aermsten, Estrato 6 die reichsten. Viele Bogotanos wollen in einem moeglichst hohen Estrato wohnen, weil das natuerlich ein Statussymbol ist, welcher Estrato man ist. Meine Gastfamilie ist eher knapp dran mit dem Geld. Ich glaube sie wuerden auch nicht dauernd finanzielle Probleme haben, wenn sie in eine andere, billigere Wohnung in einem niedrigeren Estrato ziehen wuerden.
Alles in allem gefaellt es mir aber gut in dem Haus, trotz den kalten Duschen. Ich werde ein anderes Mal noch ueber mein Barrio schreiben, das wirklich toll ist.









Sunday, March 15, 2009

Fakten ueber Kolumbien

Hier sind einige Fakten ueber Kolumbien, einige sind erfreulich, andere eher weniger:
  • 2. bevoelkerungsreichstes Land in Suedamerika nach Brasilien
  • Heimat der groessten und aeltesten Guerillabewegung Lateinamerikas
  • 3. groesster Empfaenger amerikanischer Militaerhilfe nach Israel und Aegypten
  • 18% der Bevoelkerung lebt mit weniger als $2 am Tag
  • 80% von allem Kokain auf der Welt kommt aus Kolumbien
  • Weltweit groesster Exporteur von Smaragden
  • 70% aller in die USA importierten Blumen kommen aus Kolumbien
  • Die Kolumbianer sind laut Umfragen das gluecklichste Volk der Welt
  • Nur 2% der Landflaeche kann landwirtschaftlich genutzt werden
  • Bester Kaffee der Welt
  • 2/3 aller Entfuehrungen in der Welt finden in Kolumbien statt (evtl. nicht mehr aktuell)
  • 2. groesste Artenvielfalt nach Brasilien (obwohl Kolumbien 7 mal kleiner ist)
  • Meiste Tier- und Planzenarten pro Quadratkilometer
  • 15% aller Affenarten und 18% aller Vogelarten der Welt leben in Kolumbien
  • Am meisten einheimische Orchideenarten
  • In 40 Jahren wird es keinen Wald mehr geben, wenn die Abholzung so weiter geht
  • 2. groesste Anzahl von Binnenfluechtlingen nach dem Sudan
  • 3. groesster Exporteur von Bananen